Die Summe der Scherben

In der ausgeführten Postmoderne war für mich die Entseelung des einzelnen Elements zu konstatieren, die in Zusammenschau sicher notwendig geworden war, um eine Homogenisierung des Gesamten zu gewährleisten.
Malerei ist für mich ein Mittel, kleine Erzählungen an den richtigen Nagel zu hängen. Sicher gibt es in meinen Bildern formale wie strukturale Tendenzen, dränge sie aber zugunsten von Bedeutungsfeldern zurück. Ich arbeite der Sinnentleerung des Bild-Elements entgegen, lade es mit Bedeutung auf, die sich knapp aus der Struktur enthebt. Das ist kein Fortschrittsoptimismus, aber ein Zurück zur möglichen Utopie, ohne gleich Ideologie zu werden und stelle die sog. Postmoderne vom Kopf auf die Füsse.

Die Werke evozieren Sehnsucht. Dies geht nur mit Elementen, die außerhalb meiner/unserer Zeit liegen. Angefangen bei der Malerei, aber auch der Geschichte darin, ist es ein Symbol über den Verlust an Werten und Ressourcen, die so nicht mehr zurück zu holen sind. Ich spreche nicht von einem ‚geworfen sein‘, sondern von einem Gestaltungsende: auf der einen Seite die Möglichkeit uns selbst in die Luft zu jagen, auf der anderen der rasante Verbrauch aller Ressourcen, einhergehend mit einem Verfall von Werten. Das daraus resultierende Vakuum wurde vom Kapital kompromittiert, wir haben uns zu Verbrauchern degradiert.

Bilder wie ein gebrochener Spiegel, vielleicht Kaleidoskop, die versuchen keinen neuen Entwurf zu präsentieren, sondern als Summe gesehen werden wollen. Ich male mit dem Zweifel und der Gewissheit des Scheiterns, um im Ergebnis noch einmal den Augensinn zu betören, gleichzeitig mit offener Struktur, die das Werk erfahrbar werden lässt und fragt: wie weit muss ich zurück, um noch einmal zu verlieren, was schon verloren ist. In letzter Konsequenz – das Paradies.
So lege meinen Finger in die wunde Stelle außerhalb des Bild-Systems, muss aber innerhalb um eine Antwort ringen. Das wird zum Programm, ein Programm, das sich selbst zersetzt, zersetzen soll, denn Widerstand – die erste Erfahrung des Menschen – wird zum Gegenstand, löst sich aus dem System, in das der fragmentierten Idee.