Gesellschaft zu Ausgestaltung des Westens

Ausstellung: die letzte tötet und heilt, am 24. Dezember 1989, Hannover
Zusammenarbeit von Siegfried Pietrusky und Ralph Kull

Ein leerer Kellerraum ca. 400 qm, etwas feucht, niedrig, mit einem Lastenaufzug. Acht Säulen teilen den Raum in drei Abschnitte. Hier hinein konzipieren wir eine Ausstellung mit unterschiedlichen Einsätzen: Lichtkasten, Betontisch, Diaprojektion, Holzwände, Aquarium mit fluoreszierendem Pigment, Wanddurchbruch und vier Musikern.
Es entsteht eine Licht / Raum Tonskulptur.
Die Besucher werden am Eingang mit Grubenhelmen ausgestattet. Die Lampen auf den Helmen sind das einzige Licht im Raum, der sonst nur vom Lichtkasten und der Diaprojektion aufgehellt ist. Über den Lastenfahrstuhl werden die Gäste in den Keller befördert und sind von diesem Augenblick an nur auf ihr Grubenlicht angewiesen, um den weiteren Weg zu finden.
Die Ausstellungsbesucher treffen zuerst auf einen Gang aus Holz, der sich zur Öffnung hin verengt. Nach dieser Enge öffnet sich der große Kellerraum mit einzelnen Objekten, die an den Wänden und auf dem Boden angebracht sind. Mit dem Licht der Grubenhelme werden die Objekte gefunden und betrachtet. Es ergeben sich Lichtkegel, Lichtstrahlen und Lichthöfe. Der Raum ist erfüllt von umherwandernden Lichtstrahlen. Durch die vorgegebene Struktur wird der Betrachter selbst zum Gestalter wie gleichzeitig zum Werk.
In dieses Spiel setzen die Musiker (Cello, zwei Geigen und Bratsche) ein. Die Musik steigert sich in ihrer Intensität. Hier hinein werden die ersten Hammerschläge hörbar, bilden einen Kontrast zur Musik und laufen dann im gleichen Rhythmus weiter. Die Grubenlampen richten sich auf die Aktion, eine Wand wird durchbrochen, ein 2000 Watt Halogenstrahler flutet in den Raum, erhellt die Szene.
In einem separaten Raum des Kellers ist ein Aquarium mit fluoreszierendem Wasser aufgestellt, darauf wird ein Film (Endlosspule) eines schwimmenden Karpfen projiziert.
Unter Hilfe einer Umwälzpumpe und transparenten Plastikschläuchen wird die Flüssigkeit im Kreislauf durch das Aquarium gepumpt, von einem Tonband erklingt das Rauschen eines Regenfalls, der sich in einen Gulli ergießt.

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