googles Traum, oder die Ökonomie des Lebens

Letztlich wissen wir nicht mehr, als das da etwas ist, alles andere, jede Benennung ist Interpretation, die sich immer wieder neu beweisen muss (das intuitive Begreifen wird evolutionär verloren). Harte Wissenschaften sind einfacher zu beurteilen, ein Flug zum Mond verifiziert die Möglichkeiten, wobei die Philosophie im Dunklen tappt und nur selten reale Anwendung erfährt. Philosophie ist eher Deutung, oder verändert sie tatsächlich?, es sind wohl die Umstände die den Wandel erzwingen! In der Logik der Ökonomie geht es immer um Neu-Gruppierung – zum Vorteil seines Organisators.
Der alltägliche Gebrauch erklärt eine Prozellanwandung mit Boden zu einer Tasse. Das Ding braucht den Begriff, der die gesamte Wolke des unausgesprochenen Möglichen zum eigentlichen Nutzen führt. Den Durst löschten wir zuerst mit zwei Händen zu einer Hohlform angeordnet, tauchten sie ins Wasser und konnten so Wasser über Distanz zu uns nehmen. Tiere müssen ihren Kopf auf Höhe des Wasserspiegels bringen, um sich mit der Zuge / Schnabel das Wasser zuzuführen. Welch ein Vorteil des aufrechten Gang’s, Wasser auch nur mit einer Hand aufnehmen zu können. Abwehrbereit die Waffe in der anderen, die Savanne beobachtend.
Die Ökonomie des Lebens fördert und führt an die Grenzen, weil sich in ihr nur die Erhaltung der Art reflektiert und auf  Bedingungen reagiert (die sie nun selbst erzeugt), war der Entwicklungshelfer über Jahrtausende. In 200 Jahren haben wir exponentiell die Ressourcen verbraucht, dass die alten Modelle nicht mehr greifen (der Garten ist geleert, der erste und letzte Apfel muss es bringen). Je mehr wir verbrauchen, desto schneller müssen sich heute Ideen entwickeln, um dem Leben neue Möglichkeiten / Impulse zu öffnen. Modelle müssen sich beweisen. Die Antwort auf die Frage, was unsere Art denn sei, ist schwerer als gedacht, der Verdacht liegt nahe, dass ein Nachdenken über Staat, Ethnie, Dorf, oder Religion nicht greifen wird.
Langsam (aber immer schneller) entwickelt sich ein Meta-System, das noch abgehoben vom normalen Leben, zu Geist gekommen ist. Selbstfahrende Systeme sind noch einfach gestrickt (natürlich hochkomplex in der Konstruktion), erste Wege werden selbstständig gefunden, ohne die Entscheidung eines Menschen. Dem Fahrer wird die Verantwortung genommen, wird frei gesetzt, das Ganze als Fortschritt verkauft. Natürlich sind das alles Optimierungen unter ökonomischen Gesichtspunkt: kein anderes Fahrzeug, anderer Mensch soll zu Schaden kommen, Waren oder Güter sollen in Zukunft preiswerter und schneller transportiert werden. Ein anderes Feld ist die visuell orientierte Spielwelt, in der KI’s den Part des Gegners übernehmen. Hier sind Fortschritte erzielt, die ein selbstfahrendes Auto ziemlich alt aussehen lassen.
Alles wird nach unserem Maßstab gemessen (seit der Renaissance) und wir wählen, was unserer Erfahrung entspricht – eine sehr begrenzte Sicht – so könnten wir auch ein Pilz unter der Vorhaut Gottes sein, wir wüssten es nicht.

Die Entwicklung künstlicher Intelligenz geht in immer schnelleren Schritten voran. Erste Rover kreisen auf dem Mars: ausgelagertes Bewusstsein in noch kleinem Maßstab, wenn er selbst entscheidet, was der beste Weg zum – vom Menschen auf der Erde festgelegten – Ziel sei. Es ist die Abgabe der Kompetenz an die KI, da direkte Kommunikation mit dem Mars über 40 Minuten dauert, in der die Lebenszeit des Robots besser genutzt werden sollte. Die Entwicklung geht schnell voran, selbstlernende KIs steckt noch in den Kinderschuhen. Systeme lernen mithilfe eines neuronalen Netzwerks wie ein Mensch, funktionieren (rechnen?) wie ein Schachcomputer (gut, auch ein sehr begrenztes Feld), der sich das Spiel selbst beibringt, das Werkzeug wird zum Akteur!
Das eröffnet Möglichkeiten ungeahnter Art: Unsere Gedanken haben die KI entwickelt, die sich selbst weiter entwickelt; unser Geist lebt in anderer Form weiter, verschmilzt in Bits and Bytes. Das Wissen der Menschheit wird transferiert, aber unter dem Aspekt der Ökonomie könnte es sein, dass 95 % der humanen Spezies überflüssig wird, zumindest uninteressant. Ein Rückfall in Barbarei ist wahrscheinlich, technologische Verödung in weiten Teilen die Folge, aber es gäbe kein Platz für Sentimentalität, es wäre die zwangsläufige Entwicklung.
Ökonomie ist kein Stillstand, sondern ständiges Ausprobieren neuer Möglichkeiten und so würden wir mittels der KIs erste Reisen ins All antreten und Milliarden von Kilometern hinter uns lassen. Keine Strahlung könnte das empfindliche humane Erbgut zerstören. Alter und Krankheit gäbe es nicht, Versorgung des Stoffwechsels unnötig. Diese KI würde sich entwickeln, vielleicht wie die ersten Seefahrer, die Schiffe würden effizienter. Weiter ins uns (un)bekannte All ginge die Reise, das Lernen / Wissen stiege irgendwann exponentiell an, sehr wahrscheinlich auch der Verbrauch an Energie, um das gesamte Gebilde zu versorgen. Höchstwahrscheinlich würde es an den Rand seiner Wirklichkeit stoßen, z. B. wenn das Universum mit künstlicher Intelligenz angefüllt wäre, wie heute unsere Welt bevölkert ist.

Zurück.
Im Westen und Asien das fortschreitende gierige Gewinnstreben, ein Kapitalismus, der seine Grenzen überschritten hat, alles mit sich reißt. So lassen sich die Probleme der Welt nicht lösen, auch nicht durch den Rückfall in theologische Kleinkriege (diese Zeit haben wir nicht mehr), noch durch die zügellose Maximierung von Profit.

Die neue Ordnung muss welterhaltend gestaltet werden, nur scheint darüber kein Konsens zu bestehen. Künstliche Intelligenz wird von Konzernen entwickelt, die am Ende des Tages ihre Kasse zählen, die Büchse der Pandora ist geöffnet, wie bei der Sequenzierung, und man kann nicht vorausschauen, wohin das führt. Die Entwicklung der Dampfmaschine hatte bei aller Ähnlichkeit im Entwicklungsschritt Maschinenstürmer hervorgebracht – die Angst, Anhängsel der Maschinen zu werden, wurde mit dem ersten Fließband zur Realität.
Der Maschine wird zum Geist verholfen, wir könnten uns von unserer biologischen Bindung befreien, aber nie werden wir auf der Brücke stehend mit einem großen Raumschiff andere Welten erkunden, die Physik spricht einfach dagegen (dieser Trägheitsdämpfer muss erstmal beschrieben werden, der eine Beschleunigung jenseits des Lichts zulässt). Vielleicht schaffen wir noch den Mars, aber nie werden Menschen unser Sonnensystem verlassen. Unsere Emission von Radiowellen donnert ohne Begrenzung seit ca. 70 (Licht)Jahren kugelförmig ins All, Sonden, die gerade den Jupiter und anschließend den äußeren Bereich des Sonnensystems erreichten, sind unterwegs. Nur unsere Vorstellung von einem Raumschiff (gleich einem Kreuzfahrtschiff), wird sich ändern müssen.
Ein Wurmloch könnte abkürzen, aber das einfache Problem der Beschleunigung  bliebe bestehen. Der Strang an DNA, notwendig eine Person zu klonen, läge bereit, würde aber voraussetzen, dass eine lebensähnliche (kompatible) Umwelt vorhanden wäre. Das wird wohl selten der Fall sein, so wählen wir nicht einen passenden Planeten zur weiteren Entwicklung, sondern entkoppeln uns von der biologischen Lebenserhaltung, wären Geist der Maschine.

Was wäre, wenn das einfache Schließen der Augen reichen würde, andere Welten zu schauen, unabhängiger, freier Geist ist nicht in Lichtjahren zu messen, im Handumdrehen wären wir in einer anderen Galaxie hinter dem Ereignishorizont. Vielleicht ist es – nachdem sich der Geist von den Maschinen befreit hat – weil das Gesamte Alles ist – ganz einfach, eine neue Singularität zu erzeugen. Noch einmal Milliarden Jahre, aber vielleicht nur ein leichtes Kratzen, weil es juckt.